FMG Förderelemente Mecklenburg GmbH fmg-skizze-gruen-1

Maßgefertigte Tragrollen aus Körchow nach ganz Europa

01.07.2016

Seit 25 Jahren baut FMG Transportrollen für Gepäck- und Förderbänder.

Körchow. Nicht nur an Flughäfen sind sie unverzichtbar, auch die Lebensmittel- oder Pharmaindustrie sowie Zement- und Kieswerke benötige sie: Fördersysteme, die Güter von A nach B transportieren. Damit das reibungslos funktioniert, braucht es Transport- und Tragrollen. Solche werden seit 25 Jahren im Ortsteil Körchow der Gemeinde Biendorf (Landkreis Rostock) produziert. Rote Rollen der Firma Fördermittel Mecklenburg GmbH (FMG) sind in Anlagen in ganz Europa verbaut. „Zu unseren etwa 500 Kunden gehören unter anderem Zwischenhändler und Anlagenbauer aus der Slowakei, Tschechien, der Schweiz sowie den Niederlanden, Schweden und Polen“, sagt Geschäftsführerin Anja Wendt. „Täglich schicken wir 3,5 bis sieben Tonnen unserer Rollen auf den Weg.“

1991 habe alles in der ehemaligen Werkstatt der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft des Dorfes begonnen. Ihr Vater Thomas Schuster und Bernd Lehmann, beide Maschinenbau-Ingenieure, sahen in der Halle Potenzial für ihre Firma. „Es war ein Vorteil, dass die vorhandene Produktionsstätte weitergenutzt werden konnte.“, erklärt Wendt.

Ein Plus für die Region, denn mit ihren 45 Mitarbeitern gehört FMG heute zu den größten Arbeitgebern der Gemeinde. 32 Schlosser, Schweißer, Lackierer und Quereinsteiger – allesamt aus der Region – arbeiten in der Produktion. Auch zwei Frauen gehören zum Team. Außerdem unterstützen zwei Männer von den Kröpeliner Werkstätten die Anlagenmechaniker. Auszubildende gebe es aber keine. „Jungen Menschen ist Körchow zu abgelegen“, schlussfolgert die 45-Jährige. Mit innerbetrieblichen Umschulungen soll der Nachwuchsmangel bekämpft werden.

Gearbeitet wird von Montag bis Freitag. Bei den Lackierern und Schweißern sind die Arbeiten so zeitaufwendig, dass sie im Drei-Schicht-System organisiert sind. In der etwa 2000 Quadratmeter großen Produktionshalle am Rand von Körchow ist es laut. Metall schlägt auf Metall, die Fräsen und Schneidemaschinen rattern, zischend werden herunterfallende Späne weggepustet. Es riecht nach frischer Farbe. Unzählige Rohre aus Stahl, Edelstahl oder Kunststoff mit verschiedensten Durchmessern sind der Halle gestapelt.

Aus diesen sechs Meter langen Rohlingen stellt FMG die für sie typischen roten Transport- und Tragrollen her. „Diese bestehen grundsätzlich aus dem Rohr, einer Achse, einem Kugellager und Dichtung“, erklärt Wendt, die 2009 im Unternehmen ihres Vaters eingestiegen ist. Täglich macht die gelernte Bankbetriebswirtin ihre Rundgänge durch die Halle. „Mir ist eine entspannte Stimmung wichtig“, sagt die 45-Jährige. Sie soll zusammen mit Uwe Eilers FMG nach dem Ausscheiden der Unternehmensgründer weiterführen.

Die Mitarbeiter sägen die Rohlinge auf die gewünschte Länge, montieren die anderen Bestandteile hinein, verschweißen alles, lackieren und verpacken die Rollen zum Versand. „Es ist keine Fertigung am Fließband“, betont Wendt. Individuelle Anfertigungen von drei bis vier Rollen werden genauso erfüllt wie Bestellungen von 5000 Stück. Durchschnittlich 14 Tage dauert der Prozess von der Bestellung bis zur Lieferung. „Mit dieser Schnelligkeit und dem Angebot an niedrigen Stückzahlen haben wir unsere Marktlücke gefunden“, sagt die Geschäftsführerin. Durch die vielen Einsatzfelder sei ihre Produktion nicht branchenabhängig. Einzig die langen Transportwege von Mecklenburg seien von Nachteil.

Körchow zu verlassen, sei aber nie eine Option gewesen. Die Geschäfte laufen gut, die Zahl der Mitbewerber sei deutschlandweit überschaubar. „In Ostdeutschland gibt es nur noch einen Rollen-Hersteller“, weiß die 45-Jährige. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Euro umgesetzt.

Und es wird weiter investiert. Zuletzt wurde eine sechsstellige Summe in die Erweiterung der Halle sowie in neue Maschinen gesteckt. So soll es auch in den nächsten Jahren weitergehen. „Wir wollen unser Produkt marktgerecht weiterentwickeln und in neue Materialien und Techniken investieren“, sagt Wendt.

Von Ann-Christin Schneider | Zeitung: Ostseezeitung

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